Gedenkveranstaltung in Starnberg: Stimmen für Erinnerung und Zivilcourage


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Erinnern, widersprechen, Verantwortung übernehmen
Am 9. November 2026 lädt die Stadt Starnberg gemeinsam mit dem Starnberger Dialog zu einer Gedenkveranstaltung ein, die Erinnerungskultur und demokratische Verantwortung miteinander verbindet. Der Abend beginnt um 17:00 Uhr auf dem Starnberger Kirchplatz und führt anschließend in die kleine Schlossberghalle.
Gedenken auf dem Kirchplatz
An der Gedenktafel für die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen sprechen unter anderem Landrat Stefan Frey und der Gastredner Dr. Norbert Göttler. Schülerinnen und Schüler teilen ihre Gedanken mit dem Publikum und verleihen dem Gedenken eine persönliche, gegenwartsnahe Stimme. Stefan Komarek begleitet die Kundgebung mit seiner Klarinette und schafft einen konzentrierten musikalischen Rahmen.
Begegnung und Austausch
Im Anschluss lädt die Stadt Starnberg zu einem Empfang im Foyer der Schlossberghalle. Die 2. Bürgermeisterin Angelika Kammerl begrüßt die Gäste. Bei einer kleinen Stärkung entsteht Raum für Gespräche, gemeinsames Nachdenken und die Frage, welche Bedeutung Erinnerung in einer demokratischen Gesellschaft heute besitzt.
Das Theaterstück Stimmen
Den künstlerischen Mittelpunkt bildet um 18:30 Uhr das dokumentarische Theaterstück Stimmen, aufgeführt von der Theatergruppe des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar. Die Inszenierung setzt sich mit den Schicksalen der Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Verbrechen auseinander und gibt den Ermordeten durch Originalzitate und sorgfältig recherchierte Dokumente eine Stimme.
Die Theaterwerkstatt Blickwechsel arbeitet dabei mit einer performativen und immersiven Form: Die jungen Darstellerinnen und Darsteller spielen nicht ausschließlich auf einer klassischen Bühne, sondern treten aus dem Publikum heraus. Diese Regieentscheidung verdichtet die Theateratmosphäre und macht die historische Verantwortung körperlich spürbar. Bühnenkunst wird hier zur Begegnung, zur Zumutung und zum gemeinsamen Erinnerungsraum.
Eine Inszenierung zwischen Geschichte und Gegenwart
Stimmen verbindet historische Recherche mit zeitgenössischer Schauspielkunst. Die Dramaturgie führt nicht über Distanz, sondern über Nähe: Stimmen, Namen und Lebensgeschichten rücken in den Mittelpunkt. Das Stück erinnert an die knapp 4.000 Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen in Haar und fragt zugleich, wie eine Gesellschaft mit Ausgrenzung, Zuschreibungen und der Bewertung menschlichen Lebens umgeht.
Die Produktion des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar wurde in der Theaterlandschaft mehrfach wahrgenommen. Die Theatergruppe wurde mit Stimmen nach Juryentscheid zum Schultheater der Länder eingeladen und erhielt beim Festival Bunte Bühne den Peter-Hauser-Preis. Die Publikumsreaktionen früherer Aufführungen reichten von tiefer Erschütterung bis zu großer Anerkennung für die ungewöhnliche dokumentarische Theaterform.
Ein Abend für Erinnerung und Zivilcourage
Die Veranstaltung verbindet Kundgebung, Musik, Schülerbeiträge, Empfang und Theater zu einem vielstimmigen Bühnenerlebnis. Im Zentrum stehen die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen, die Bedeutung demokratischer Wachsamkeit und die Kraft einer lebendigen Erinnerungskultur.
Der Eintritt ist kostenfrei. Wer den 9. November 2026 in Starnberg bewusst erleben möchte, findet hier einen Abend, der nicht bei der Vergangenheit stehen bleibt, sondern den Blick auf Zivilcourage und Verantwortung in der Gegenwart richtet.
Offizielle Kanäle von Stadt Starnberg und Theatergruppe Blickwechsel:
- Website Stadt Starnberg: https://www.starnberg.de/gedenkveranstaltung-zum-09-november
- Website Blickwechsel-Theaterwerkstatt: https://www.blickwechsel.theater/
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Quellen:
- Stadt Starnberg - Gedenkveranstaltung zum 9. November
- Stadt Starnberg - Schlossberghalle
- Ernst-Mach-Gymnasium Haar - Theater-Blog und Stückinformationen zu Stimmen
- Münchner Merkur - Schüler geben den ermordeten Opfern der NS-Euthanasie eine Stimme
- Süddeutsche Zeitung - Stimmen des Ernst-Mach-Gymnasiums Haar









